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the empyrean
Lira wird sterben und ich kann nichts dagegen tun.
Veena Crane

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Reiterin
43 Jahre alt
Lirien Soleil war nie dafür bestimmt etwas anderes zu werden, als eine Waffe. Ihr Leben begann nicht wie das anderer Menschen mit einem freien Willen, sondern mit Erwartungen. Als ältestes Kind der größten Militärfamilie des Kontinents wurde sie nicht gefragt, was ihre Wünsche für ihr Leben waren, ihr Training begann, kaum, dass sie aufrecht stehen konnte. Disziplin, Erfolg, Perfektion – für Lirien waren das keine Werte, sondern die Grundpfeiler ihrer Existenz. Sie wuchs unter dem kalten Blick eines Vaters auf, der Erfolg mit Liebe verwechselte und der eisigen Strenge einer Mutter, die Perfektion als Pflicht sah. Sie sollte führen, glänzen, tragen und sie tat es, weil es für sie schlicht keine Alternative gab.

Ihren Eltern war jedes Mittel Recht, um ihren Erfolg sicherzustellen und die eigenen Kinder an die Spitze zu führen, auch wenn die finstere Seite der Sonne natürlich niemand sonst zu Gesicht bekam. Nach außen hin waren sie der Stolz des Kontinents und nichts konnte ihren Glanz trüben. Doch im Inneren verbargen sich grauenvolle Geheimnisse. Folter und Missbrauch waren keine Ausnahmen, sondern Normalität. Als Wahrsager war es unmöglich, ihren Vater anzulügen, was Lirien ohnehin nie gewagt hätte. Schon als Kind war sie klug genug, stattdessen alles zu tun, was er von ihr verlangte und zu versuchen, seine Anforderungen an sie so gut es ging zu erfüllen.
Es gab Zeiten, da verlor Lirien das Gefühl dafür, was real war und was nicht. Der induzierte Wahnsinn durch ihre Mutter bereitete ihr lange Zeit Schwierigkeiten zu erfassen, was wirklich passierte und was sie sich nur einbildete. Einzig im Kampf, Seite an Seite mit Druàch, das Blut ihrer Gegner auf der Haut, fühlte sie sich ganz wie sie selbst. Das war es, wer sie war, ihre Essenz. Was sonst gab es da?

Tag für Tag strebte Lirien danach, immer weiter voranzukommen. Der Weg an die Spitze war ihr Ziel, nichts weniger als das, was ihr ihr Leben lang eingebläut worden war. Lange Zeit wusste sie nicht mehr, was sie sonst für einen Antrieb im Leben gehabt hatte, wenn sie es überhaupt jemals gewusst hatte. Es gab nur noch die Ziele ihrer Familie in ihrem Universum, nicht für sie, sondern wegen ihnen. Doch hinter der unerschütterlichen Fassade steckte mehr als nur Drill. Lirien kannte die Menschen, besser, als sie sich oft selbst kannten. Sie las Schwächen, erkannte Absichten, ließ sich nicht täuschen. Sie dachte strategisch wie eine Generalin, sprach wie eine Anführerin und kämpfte wie eine Berserkerin. Sie führte nicht durch rohe Gewalt, sondern durch Können, Leistung, Autorität. Es fiel leicht, ihr zu folgen, schwieriger war es, ihr zu widersprechen.
Und doch, irgendwo tief unter der geschliffenen Oberfläche lagen die Risse, die sie verbarg. Nicht aus Angst, sondern aus einem stillen Bewusstsein darüber, dass sie etwas verloren hatte, das sie nie ganz benennen konnte. Vielleicht Kindheit. Vielleicht Freiheit. Vielleicht die Frage, wer sie hätte sein können, wenn nicht andere sie geformt hätten. Lirien trug ihre Narben nicht sichtbar, aber sie führten jeden Tag ihre Hand. Und obwohl sie die Kriegerin war, zu der man aufblickte, war ihre größte Stärke nicht die Klinge oder die Magie, sondern ihr eiserner Wille, der ihr Überleben sicherte.

Lange Zeit wartete sie ab. Was Lirien antrieb, war längst nicht mehr nur das Echo elterlicher Erwartungen. Unter der stillen Oberfläche loderte ein Feuer aus Wut und Entschlossenheit, genährt von Jahren der Gewalt, der Entbehrung und der Unterdrückung ihrer Selbstbestimmung. Sie würde nie vergessen, was ihre Eltern ihr genommen hatten. Ihre Kindheit, ihre Träume, ihre Wahl, alles, was sie vielleicht einmal gehabt hatte, war ihr geraubt worden, im Namen von Überlegenheit, Ansehen und dem vermeintlichen Stolz der Familie. Aber sie hatte gelernt zu warten. Lirien hatte so lange überlebt, ohne zu zerbrechen, hatte gelernt, Geduld als Waffe zu nutzen. Hinter ihrem kalkulierten Schweigen blieben ihre Ambitionen unbemerkt, nahmen ihre Wünsche Form an. Und dieses Mal würden es ihre eigenen sein.
Gespielt von Lucy
Dabei seit: 14.08.2025, 11:59
Zuletzt gesehen: 29.03.2026, 19:45

Heilerin
21 Jahre alt
Stets gab es nur zwei Reaktionen auf den Namen der jungen Kadettin aus dem Heilerquadranten. Je nachdem aus welcher Region Navarres, insbesondere Morraines, man kam und je nachdem wie gut man sich mit der dort ansässigen Herzogsfamilie auskennt: Entweder wusste man sofort, wen man vor sich hatte - oder starrte sie nur ahnungslos an. Als Jüngste von viel zu vielen Kindern ist Lainey Junibelle Tharienne - so ihr voller Name, den sie bewusst nur selten zur Vorstellung ihrerseits nutzt und sich lieber schlicht Lainey nennt - irgendwo auf dem aktuell letzten Platz der Thronfolge ihrer Provinz und gibt herzlich wenig auf den Titel, den ihre Familie seit Generationen innehält und eher früher als später an ihre älteste Schwester übergehen wird statt irgendwann in sehr ferner Zukunft (wenn überhaupt jemals) an sie. Sie ist nur ein junges Ding - wissbegierig und neugierig auf die Welt mit wenig Interesse daran, das absolut perfekte Vorzeigekind zu sein und den vorgezeichneten Weg zu gehen, den ihre Eltern ihr auferlegt haben.
Nein, sie verfolgt ihr eigenes Ding, ohne dabei explizit die Regeln zu brechen, sie die zwischen staubige Bücher und langweilige historische Aufzeichnungen geführt hätte. Viel lieber lebt sie im hier und jetzt, kümmert sie sich um alles, was lebendig ist und hat sich, entgegen des ausdrücklichen Wunsches ihrer Familie, für den Weg als Heilerin entschieden. Inzwischen im 2. Jahr in Basgiath kann sie auch endlich zeigen, dass mehr in ihr steckt, als ihr bloßer Name vermuten lässt. Sie setzt sich gern für das Gute ein, hilft jedem, wo sie nur kann und denkt gar nicht daran, dass nach ihrer Ausbildung eine Heirat auf sie warten soll, damit sie die Tradition fortsetzen und irgendeinen Herzogsspross ehelichen kann, um ihm Kinder zu schenken.
Sie glaubt an den freien Willen und die große Liebe, die sie nicht von ihren Eltern arrangiert finden möchte, sondern wahrhaftig erleben, sofern das irgendwann in ihr Leben passt. Aber bis dahin will sie sich voll und ganz auf das konzentrieren, was sie vor sich hat: Viel lernen und den Kadett:innen aus dem Reiterquadranten den Arsch - oder gar das Leben - retten, wenn man sie denn bereits lässt. Dass man sie genauso gut nach der Ausbildung an einen Außenposten versetzen könnte, ignoriert sie dabei ebenfalls gekonnt. Selbst das wäre ihrer Meinung nach noch etwas besser, als sich den Hintern in schönen Kleidern platt zu sitzen und nur als Dekoration zu enden, so, wie ihre Eltern es am liebsten hätte. Hübsch und still, ohne eigene Funktion.
Gespielt von Ree
Dabei seit: 01.03.2025, 22:11
Zuletzt gesehen: 15.03.2026, 19:51

Reiter
21 Jahre alt
i. Mit großen Augen siehst du ihr dabei zu, wie sie auf dem Stamm eines umgefallenen Baums balanciert. Beobachtest, wie sie fast schon drüber hinwegrennt, obwohl du genau weißt, dass es leichter aussieht, als es ist. Zumindest für dich. Letzte Nacht hat es geregnet, das Holz ist nass und rutschig, das weißt du auch, ohne darauf auszurutschen. Weißt genauso gut, dass es dir passieren würde, wie du weißt, dass es ihr nicht passieren wird. Nicht nur, weil sie das schon ein paar Mal gemacht hat, nicht nur, weil sie ganz andere Schuhe trägt als du, sondern weil du absolutes Vertrauen in sie hast. Natürlich, sie ist schließlich deine große Schwester, sie kann alles. Du weißt, dass das natürlich nicht ganz stimmen kann, dass es auch Sachen gibt, die Iris nicht schaffen würde, die auch für euren Bruder eine Nummer zu groß sein werden, aber für dich wirkt es trotzdem manchmal so – weil so viele Dinge für dich selbst schon eine Nummer zu groß wirken. Oder zwei. Es ist eine Ausnahme, dass du heute hier bist, normalerweise bist du um diese Zeit bei deiner Mutter. Hilfst ihr bei der Arbeit, lässt dich nach und nach bereits in die Welt einführen, die sie einst für sich gewählt hatte. Schriftgelehrte, die Welt der Bücher, des Wissens, der Recherche – kannst gar nicht leugnen, dass dich das alles fasziniert, doch kannst in diesem Moment genauso wenig leugnen, dass die Balance deiner Schwester dich ebenfalls fasziniert. Als sie das Ende vom Stamm erreicht, fragt sie, ob du auch mal willst. Hält bei den ersten Schritten sogar noch deine Hand, läuft neben dir her, wirkt nur ein wenig ungeduldig, weil du es nicht in ihrem Tempo schaffst. Nach der Hälfte rutschst du schließlich doch aus, fällst vom Stamm und auf dein Knie. Der Schmerz ist stark genug, um dir Tränen in die Augen zu treiben, doch ist's kein Trost, der von deiner Schwester kommt. Kein Wort zu deinen Schmerzen, dafür die Erklärung, dass es beim nächsten Mal nicht leichter wird, wenn du jetzt weinst – war wohl vor allem die Verwirrung, die deine Tränen in diesem Moment direkt versiegen lassen hat. Deine Mutter hätte anders reagiert, das weißt du. Dein Vater, dein Bruder, so gut wie jeder andere auch, aber du weißt genauso gut: normal ist bei Iris etwas anders. Und die Logik in ihren Worten war unbestreitbar.

ii. Dein Bruder hat eine Freundin, spricht von großer Liebe und Hochzeit, deine Schwester hat einem Jungen die Nase gebrochen – und wenn du das Mädchen neben dir ansiehst, verspürst du weder den Drang zu Gewalt, noch den Wunsch einer gemeinsamen Familie. Adelaide ist bereits seit einigen Jahren deine beste Freundin und seit kurzem sogar ein bisschen mehr. Deine erste feste Freundin, doch das mit euch ist alles irgendwie ganz anders, als die Sache bei deinem Bruder. Während die beiden oft nur durch eine Brechstange voneinander zu trennen zu sein scheinen, müsste man euch beide wohl zusammenbinden, damit auch ein Außenstehender sieht, dass ihr zusammengehört. Du magst sie wirklich gern, aber das hast du ja schon immer. Du hältst gern ihre Hand, eure ersten Küsse waren irgendwie komisch und wenn du deinen Arm um sie legst, dauert es gar nicht lang, bis sie sich daraus löst und einen Schritt zur Seite macht. Es gibt Momente, in denen sich nichts anders anfühlt als in den vergangenen Jahren und dann gibt es diese Momente, in denen du sie dabei beobachtest, wie sie sich auf irgendetwas konzentriert und sie dabei einfach nur wunderschön findest. Sind diese Momente, in denen du dir klar machst, dass nicht jede Beziehung wie die deines Bruders sein kann. Dass Adelaide und du nicht dein Bruder und seine Freundin seid, dass deren normal nicht euer normal sein muss. Und es gibt ein paar dieser Momente, bevor ihr über euch, über eure Beziehung sprecht – und bevor dir nicht nur bewusst wird, dass ihr als beste Freunde einfach besser dran seid, sondern, dass du auch einfach nicht der bist, den sie an ihrer Seite braucht. Nicht der und auch nicht das richtige.

iii. Das Stück Papier in deiner Hand ist knittrig, hast es bereits ein paar Mal in deiner Hand zerknüllt, bevor du es wieder glatt gestrichen hast. Die Worte darauf noch einmal gelesen hast. Und dann noch einmal. Es ist der erste und gleichzeitig auch der letzte Brief, den Iris euch geschickt hat. Das letzte Mal, dass du etwas von deiner Schwester gehört hast. Gelesen. Es ist nun über ein Jahr her, dass du dich von ihr verabschiedet hast und es verging seitdem kaum ein Tag, an dem du nicht erleichtert warst, weil diese Meldung ausblieb. Sie hat sich für den Reiterquadranten entschieden, ist den Weg gegangen, auf dem sie vor Jahren schon auf diesem nassen Baumstamm trainiert hat und hat es wirklich geschafft. Ein Jahr lang. Ein Monat. Und fünfzehn Tage. Der Brief, der vor zwei Tagen bei euch eintraf, gerade einmal eine Woche nach dem Brief in deiner Hand, ist Schuld daran, dass du nun hier stehst. Neben deinen Eltern, auf eine Flamme starrend, die nur einen Sinn hat: die zurückgebliebenen Habseligkeiten deiner Schwester zu verbrennen, ganz so, wie es sich gehört. Deine Eltern haben all ihre Sachen zusammengetragen, keines eurer Gesichter ist trocken, während ihr zuseht, wie die letzten Sachen zu Asche zerfallen, nach und nach vom Wind weggetragen werden. Niemand von euch schenkt dem Blatt in deiner Hand eine besondere Beachtung, niemand denkt daran, dass der ja eigentlich auch von ihr ist, denn: sie hat ihn vielleicht geschrieben, aber nun gehört er dir. Wird das einzige bleiben, was dir, abgesehen von deinen Erinnerungen, von deiner Schwester bleibt. Ein Mahnmal daran, wie schnell alles vorbei sein kann und wie unberechenbar das Leben doch ist. Oder Malek.

iv. Heute bist du genau dort, wo Iris selbst schon war. So weit in etwa, wie sie selbst es geschafft hat. Dein zweites Jahr am Basgiath War College hätte das erste sein sollen, das du ohne deine Schwester verbringst, stattdessen wird es das Jahr, in dem du älter als deine Schwester sein wirst. Du weißt, dass sie ein paar der Erfahrungen, die du im vergangenen Jahr gesammelt hast, selbst gemacht haben wird. Das Training, der Gauntlet, das Dreschen. Weißt, dass sie im gleichen Unterricht gesessen hat, wie du, dass sie vielleicht sogar auf dem gleichen Platz gesessen haben könnte – und dass für sie wahrscheinlich gleichzeitig alles ganz anders war, als für dich. An keinem einzigen Tag in deinem ersten Jahr hast du versucht, in ihre Fußstapfen zu treten, weil du zum einen gar nicht wusstest, wo diese waren, und zum anderen, weil ihr Leben nicht zu deinem werden sollte. Genauso wenig wie ihr Schicksal, sei es nun direkt oder indirekt, durch den eigenen Tod oder den einer Person, die dir wichtig ist. Eine Person, die ihr schon immer ähnlicher war als irgendjemand sonst. Du warst von Anfang an keiner der besonders herausstechenden Kadetten, doch warst du auch nie jemand, der sich von den Topkadett:innen hat abhängen lassen. Immer auf der Überholspur, doch immer ein wenig zu langsam, um wirklich zu überholen. Du hast das Dreschen überlebt, dein erstes Jahr. Du hast dein Herz verschenkt und eine Frau gefunden, mit der du wirklich glücklich bist. Eine Frau, von der dich manchmal selbst nur eine Brechstange lösen könnte, mit der du dir wirklich eine gemeinsame Zukunft vorstellen könntest. Irgendwo im Dienst des Königreichs, in der gleichen Staffel mit ihr und deiner besten Freundin, weil ihre Drachen aneinander gebunden sind. Ihr beide und deine beste Freundin, für die du nicht die richtige Person in einer Beziehung warst, weil sie auf Frauen steht. Nun vermutlich sogar auf deine Freundin steht, wenn du sie richtig liest – und Adelaide zu lesen ist für dich nur selten leicht. Kein Grund zur Sorge, weil du weißt, dass Lethe dich liebt, so wie du sie liebst. Ist vielleicht alles nicht ideal, wird niemals die Art von Familie werden können, wie die, in der du aufgewachsen bist, weil ihr beide, Lethe und du, mit euren Drachen ans Militär gebunden seid, aber: gibt definitiv schlimmeres, das du dir vorstellen könntest. Schlimmeres, das du dir gar nicht erst vorstellen wollen würdest.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 04.02.2025, 22:56
Zuletzt gesehen: 25.02.2026, 13:00

Reiterin
21 Jahre alt
1. Geschwader, Klauenschwarm, 3. Staffel weisen dich die Abzeichen auf deinem Flugleder aus, trägst sie mit stolzgeschwellter Brust. Deine Uniform ist schwarz, nicht blau, wie die deiner Eltern, deiner Brüder, wie die der Infanterie. Bist nicht die erste Soleil im Quadranten der Reiter, gibt so viele von euch, aber die erste aus deiner Familie. Hast deinen vorbestimmten Weg verlassen, deinen eigenen Kopf durchgesetzt, wie so oft, strebst nach Anerkennung und Respekt und wenn du in der Formation auf dem Flugfeld neben deinem blauen Morgensternschwanz stehst, dann funkeln deine Augen. Niemand außer dir wagt es, Rua direkt anzusehen, sie senken ihre Blicke, wenn sie an euch vorbeigehen und den Respekt, den dein Drache einfordert, gilt auch dir. Auf ihrem imposanten Rücken wirst du nicht übersehen, da zählt nicht, wie klein und zierlich du bist, ihr seid eins, mit gefährlicher Brutalität. Riesige, blaue Schwingen, die den Himmeln verdunkeln; loderndes Feuer; scharfe Zähne; bereit für den Kampf, bereit, um zu töten.

Brauchst deinen Drachen nicht, um dir unter all den Kadetten einen Ruf zu erstreiten. Zu viele von ihnen haben den Fehler gemacht, dich beim Sparring auf der Matte zu unterschätzen und es bitter zu bereuen. Bist schnell und flink, kannst mit Waffen umgehen, willst selbst eine sein; bist bereit, dich nicht allein von Ethik und Moral leiten zu lassen, der Zweck heiligt die Mittel. Emotionen brechen manchmal wie Feuer aus dir heraus, triffst impulsive Entscheidungen, ohne Konsequenzen zu bedenken – Strategie ist wahrlich nicht deine Stärke. Ist trocken und zäh, kannst dich nicht lang genug konzentrieren, um dir all das dafür nötige Wissen anzueignen. In dir, da ist dieser stetige Drang nach Abwechslung, nach neuen Abenteuern; Gefahren, in die du dich kopfüber stürzt; stillsitzen, oh, das fällt dir schwer, bist immer in Bewegung, immer da. Sorgst dafür, dass jeder in Basgiath dein lautes Lachen kennt, drängst dich in den Mittelpunkt und leuchtest hell, kostest das Leben in vollen Zügen, denn Malek ist jederzeit bereit, es dir zu nehmen.

Dein Talent im Umgang mit Waffen hat dir das Abzeichen der 1. Offizierin beschert. Könntest Stolz darauf sein, hast hart dafür gearbeitet, aber da ist auch ein mulmiges Gefühl in dir. Staffelführerin, das war mal dein sehnlichster Wunsch und deine Chancen standen gut, bis die War Games in deinem ersten Jahr alles veränderten. Trägst Schuld schwer auf deinen Schultern, eine unsichtbare Last, von der niemand weiß, die dir niemand nimmt und die nicht allein dir gehört, trotzdem ist sie da. Genau wie der feste Griff um dein Herz, wann immer du an ihre Namen denkst; die, die nicht so viel Glück hatten wie du; die, die jetzt nicht mehr unter euch sind. Hier ist der Tod euer ständiger Begleiter, lauter hinter jeder Ecke, aber deine halbe Staffel zu verlieren, das ist nicht richtig. Hättest ihre Staffelführerin werden sollen – jetzt steht dein Name hinter dem Rang der 1. Offizierin und ihre auf der Gefallenenliste.

Der Verlust hat etwas in dir verändert, macht es schwerer, dich den anderen Kadetten zu öffnen, sie nah an dich heranzulassen, aber deinen Optimismus hast du nicht verloren. Versprühst so viel Hoffnung, dass schwer fällt, dich nicht zu mögen, sich nicht von dir angezogen zu fühlen. Bist eine Waffe, aber auch so viel mehr, bereit, für das Wohl deines Landes geformt zu werden.
Gespielt von Kathie
Dabei seit: 29.01.2025, 16:31
Zuletzt gesehen: 28.03.2026, 18:52

Reiterin
49 Jahre alt

I. Besser als alle anderen zu sein, ist der Gedanke, der dich antreibt, dir Kraft verleiht. Bist für etwas Großes bestimmt, das spürst du mit jedem pulsierenden Schlag deines Herzens. Der Name Loa Dale darf niemals in Vergessenheit geraten, willst, dass die Welt ihren Atem anhält, erzittert, Luceras ist zu klein für dich und deine Visionen. Die Berge, die Kälte, die Abgeschiedenheit, die raue Natur und die groben, einfältigen Menschen – all das verabscheust du mit bemerkenswerter Intensität. Gibt keinen Tag, an dem nicht Hochmut in deinem kühlen Blick zu erkennen ist, du immer und immer wieder betonst, wie sehr du diesem einfachen Leben überdrüssig bist. Ein Adelshaus, ohne Einfluss, krampfhaft an dem festhaltend, was geblieben ist. Kannst nicht anders, als die Nase zu rümpfen, weil schäbige Minen euer Leben finanzieren und nicht einmal in einem solchen Ausmaß, das dir erlauben würde, in Luxus aufzuwachsen. Jedes Kleid in deinem Schrank ist hart erkämpft; jedes Schmuckstück ein billiges Duplikat oder längst abgetragen; nichts gehört wirklich dir und in dir, da ist stets dieser Drang, das zu bekommen, was dir zusteht.

Dein eiserner Wille ist es, der deine Mutter verzweifeln und deinem Vater graue Haare wachsen lässt, irgendwann dafür sorgt, dass sie nicht mehr über gute Partien sprechen, von einer gewinnbringenden Heirat fantasieren. Dein Traum ist ein anderer, verspricht Freiheit und Unabhängigkeit, Stärke und Ruhm, ist das, woran du denkst, wenn du hinauf in den wolkenbehangenen Himmel siehst. Es gibt keine Trainer, die deine Eltern für dich engagieren, nur dich und das Ziel vor deinen Augen, das dich im Training anspornt. Zählst die Tage, bis du weg aus dieser Einöde kannst, bist du jemand wirst, einen Drachen bindest, Macht bekommst. Deine Mutter drückt dich schluchzend an sich, als sie sich am Einberufungstag von dir verabschiedet, aber du, du weinst deiner Heimat, deiner Familie, keine Träne nach. Und in Luceras, da wirst du nie wieder gesehen.


II. Morgoth Soleil ist alles, was du jemals wolltest. Ein breites Kreuz, dichtes Haar, starke Arme und völlig vernarrt in dich. Ist dein strahlendes Lächeln, mit dem du ihn um den Finger wickelst, so unfassbar leicht, wie ein Insekt gefangen in deinem fein gewebten Spinnennetz. Du weißt, was du sagen, was du tun musst, um ihn für dich einzunehmen; deine Siegelkraft offenbart dir seine größten Schwächen und du weißt sie für dich zu nutzen. Ethik und Moral, oh, du kannst die Worte nicht mehr hören; Verantwortung, die eine Macht wie deine mit sich bringt; bist angetrieben von einer nie gestillten Sehnsucht und vergisst all die guten Vorsätze, die man nicht ohne Grund glaubte, dir beibringen zu müssen. Morgoth ist, was du willst und du nimmst ihn dir.

Es ist nicht sein Aussehen, sein Charakter, sein Herz, nachdem du strebst, es ist sein Name. Loa Soleil klingt wie Musik in deinen Ohren und als ihr heiratet, schwört ihr einander, es sei der glücklichste Tag eures Lebens – der Anlass dafür könnte unterschiedlicher kaum sein. Der Name, den du mit so viel Stolz trägst, öffnet dir Türen in eine ganz neue Welt, ermöglicht dir das Leben, von dem du schon immer geträumt hast, was dir zusteht Das Anwesen in Calldyr ist groß, prächtig, warm, er schenkt dir Schmuck und Kleider, wann immer du ihn darum bittest. Die beiden Kinder, die er aus seiner ersten Ehe mit sich bringt und bei denen du dich weigerst, Mutter genannt zu werden, sind ein Übel, das du erträgst. Morgoth regiert mit harter Hand, formt den Jungen und das Mädchen nach seinen eigenen Idealen und du weißt es, siehst es, aber einschreiten, das tust du nicht. Lässt ihn gewähren, weil sie nicht deine Kinder sind, du eine Reiterin bist und der Einsatz, den du für euer Land, eure Sicherheit erbringst, dich glücklicherweise oft genug fort aus Calldyr führt.

Hast alles, was du immer wolltest, als du Morgoth zwei eigene Kinder schenkst. Dein Vermächtnis, dein Erbe, aber ihr verdammtes Geschrei, Götter, nie im Leben hat dich jemals ein solcher Kopfschmerz geplagt. Kindermädchen ziehen sie groß, Morgoth, den du jetzt genau im Blick behältst, den du eindringlich davor warnst, deine Kinder zu züchtigen, kennst seine Schwächen, zu gut, um ihn aus dem Netz deiner Manipulationen entkommen zu lassen. Und doch tust du es, Jahre später, weil das nicht alles sein kann, da noch mehr sein muss und du, tief in deinem Herzen vergraben, spürst, wie die Einsamkeit Besitz von dir ergreift.


III. Kadetten sitzen vor dir, stehen in den oberen Rängen – Rookies, Juniors, Seniors. Der einzige Unterricht, an dem alle Jahrgänge gemeinsam teilnehmen und du stehst vor der großen Karte Navarres, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ein aufgeschlossenes Lächeln ziert deine Lippen, die perfekte Fassade, aber dahinter, oh, du siehst alles. Die Schwächen der neuen Rookies strahlen dich an und wenn du dich auf sie fokussierst, kannst du sie erkennen. Familie; Versagensangst; Emotionalität; das stetige Vergessen, im Faustkampf auch die linke Seite zu decken – so viele verschiedene Schwächen, die das Strahlen auf deinen Lippen nur umso größer werden lassen. Manche der Juniors und Seniors sind schlauer, halten ihr Schutzschild auch während des Unterrichts aufrecht, kannst nicht hindurchsehen, aber das macht nichts. Musst sie nur aus der Reserve locken, sie dazu bringen, ihr Schild fallen zu lassen, damit du zu Gesicht bekommst, was längst zu deiner Obsession geworden ist - Schwächen.

Gefechtskunde ist das naheliegendste Fach, bist eine Strategin, hältst deiner Staffel im Kampf den Rücken frei, an vorderster Linie hast du nichts zu suchen. Und das machst du auch jetzt – Navarre den Rücken freihalten, in dem du die Gezeichneten, die Separatistenkinder, nicht aus den Augen lässt. Ist ein Befehl von ganz oben, der dich mit Stolz erfüllt, dir die Anerkennung deiner Fähigkeiten bringt, nach der du dich sehnst, die du brauchst wie die Luft zum Atmen. Beobachten, das ist deine Aufgabe, aber wenn sie sterben, nun, kein tragischer Verlust, die Liste derjenigen, die Malek übergeben werden, im Quadrant der Reitenden lang. Du bist die Strippenzieherin im Hintergrund, lässt andere die Drecksarbeiten erledigen, denn die Hände schmutzig machst du dir nicht.

Dein Mann ist jetzt ein anderer, dein Name auch. Loa Valewyn klingt melodisch, wie Samt auf der Haut, aber manchmal, da spürst du Reue, fragst dich, ob es die richtige Entscheidung war, den Namen deines ersten Ehemannes abzulegen, nur um seinen tragen zu können. Eine der wenigen Entscheidungen, die du aus dem Bauch herausgetroffen hast; eine Impulsivität, die längst nicht mehr zu dir gehört; ein Akt der Liebe, zu dem du glaubtest, niemals fähig zu sein. Ihr zwei seid wie Feuer und Wasser, heiß und kalt, Tag und Nacht - Liebe und Hass. Du hast ihm dein Herz geschenkt, ihm deine Seele verschrieben, schon vor so vielen Jahren und er, spürst es mit jeder Faser deines Körpers, kannst es sehen, wann immer du ihm in die Augen blickst – du bist seine größte Schwäche.

Gespielt von Kathie
Dabei seit: 03.01.2025, 17:05
Zuletzt gesehen: 28.12.2025, 10:44


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros