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the empyrean
Erwachsen sein und sich erwachsen fühlen sind zwei verschieden Paar Reiterstiefel.
— Caelum Sertori

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Reiterin
22 Jahre alt
Kinderfüße, die über kühle Fliesen huschen, vorsichtige Atemzüge, neugierige Blicke: bist acht Jahre alt und auf geheimer Mission im Küchentrakt des tyrrischen Anwesen, das du seit einigen Monaten nun dein Zuhause nennen darfst. Verhalt’ dich einfach unauffällig, waren die Worte deines Vaters, der bei den Winaestras in Beldamyr als Hausmeister, als Mädchen für alles angestellt wurde. Als Tochter eines Angestellten solltest du dich besonders gut benehmen, hier gibt’s gutes Geld, ein warmes, gemütliches Bett und ein sicheres Dach überm Kopf; das ist mehr, als man sich wünschen kann. Doch egal, wie oft dein Vater dich dazu anhält, vorzügliches Benehmen an den Tag zu legen: deine kindliche Neugier bleibt. Euch geht’s hier nicht schlecht – doch langweilig kann’s hier schnell werden, wenn man wie du ordentlich Hummeln im Arsch hat. Verlagerst dein Gewicht, beißt dir auf die Unterlippe, schaust dich ein letztes Mal um – und da passiert’s, fitscht eiligen Schrittes in die Patisserie, greifst nach einem der Törtchen, die du regelmäßig mit großen, glänzenden Augen aus der Ferne bestaunst; stellst dir vor, wie du die Zähne in saftigem Teig versenkst, der Zucker langsam auf deiner Zunge schmilzt. Bist mit deiner Beute schneller weg, als du gekommen bist, und als deine heftigen Atemzüge, Spuren deiner Flucht, langsam nachlassen, lehnst du dich im Flur gegen eine der steinernen Wände, begutachtest stolz dein Diebesgut, geschafft, jubelst du gedanklich, doch als du aufsiehst, bemerkst du: mist, erwischt. Der Junge mit den dunkelbraunen Zottelhaaren steht vor dir, schaut dich an mit hunderten von Fragezeichen in den Blicken; kennst ihn, im Gegensatz zu dir gehört er hierher, fühlt sich nicht jeden Tag wie ein Außenseiter. ”Du kannst mich nicht verpetzen.”, beschließt du prompt, weißt nicht mal, ob er’s vorhat. Teilst das Törtchen in der Mitte, reichst ihm eine Hälfte. ”Freunde verpetzt man nicht.” Das Hämmern in deiner Brust erinnert dich an das Getrappel von Pferdehufen, die du manchmal im Hof hörst. ”Hab’ beschlossen, dass wir welche sind.” Weißt bei den Göttern bis heute nicht, wie das funktionieren konnte.

Heute weißt du, dass kaum ein Moment wie dieser so gut beschreiben kann, wer du bist, wie du tickst. Mit dem Dickkopf voraus stürzt du dich in jede Situation, die die Götter deiner angemessen empfinden. Du weißt, was du willst (fast immer), doch vielleicht nicht unbedingt, wie du’s bekommst? Keine Sorge: bist du dir einer Sache sicher, dann, dass du irgendwie einen Weg findest. Mit nem frechen Lächeln, nem dummen Spruch, doch niemals als Damsel in Distress; hast das gar nicht nötig. Weil dir durch den frühen Tod deiner Mutter ein weibliches Vorbild fehlte, hast du beschlossen, dein eigenes zu sein, Dinge zu riskieren, Fehler zu machen. Die Welt gehört dir, sie hat nur auf dich gewartet – dir ist’s egal, ob andere das anders sehen. Hast nie was geschenkt bekommen, also verschenkst du nichts. Bist’s gewohnt, dich mit den Ellbogen voraus durch die Realität zu kämpfen, die ganze Energie, die’s kostet, kümmert dich kaum noch, stehst immer unter Strom, bist immer im Kampfmodus, immer bereit, für was auch immer das Leben dir entgegenwerfen will.

Deine Schwächen versteckst du unter eine Rüstung aus Unantastbarkeit und dem zwanghaften Drang, deutlich zu machen, über den Dingen zu stehen, die dir nahe gehen könnten. Doch wen du näher an dich heran lässt (und das ist nicht unbedingt schwer, denn entgegen deiner eigenen Hoffnung, bist du recht leicht zugänglich), der sieht schnell, dass du deine größte Schwäche nicht kaschieren kannst: Bist so damit beschäftigt, immer zwei Schritte voraus zu sein, das du das Jetzt nicht siehst. Dein irgendwann wird’s besser lässt dich nicht sehen, dass es so, wie’s gerade ist, eigentlich ganz gut ist. Weißt du kleinen Momente selten zu schätzen, weil du sie nicht wahrnimmst – wartest auf irgendetwas, das da noch kommt, auf Großes, das dir bereit stehst; doch die Sammlung der kleinen Dinge verschwimmt im starren Blick in die Ferne. Du bist unverbesserlich, was das angeht, lässt dir nichts sagen, bist anstrengend, weil du resistent bist – gegen Kritik, dich verfolgt die Angst, die Dinge falsch anzugehen, dich zu verrennen, dich geirrt zu haben. Kannst gut verdrängen, was dich bremst (, dass es da überhaupt etwas gibt), aber oft genug schnürt’s dir auch die Kehle zu, dass du nicht so stark bist, wie du’s gern wärst.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 15.08.2026, 20:10
Zuletzt gesehen: 02.10.2026, 18:17

Reiter
23 Jahre alt
Beweisen müssen sich immer nur die Schwachen.
Und genau deswegen musste er sich nie beweisen. Alles, was Perseus infrage stellen könnte, prallt ganz einfach an seinem überbordenden Ego ab. Musste er überhaupt jemals einen Finger krumm machen oder fliegt ihm diese ganze Großartigkeit einfach so zu? Scheint einfach zu sein, sich im Licht einer der größten Reiter:innenfamilien des Königreichs sonnen zu können. Von selbstsicheren Schritten getragen und in den Augen immer eine leise Belustigung - als wüsste er mehr als sein Gegenüber. Mindestens aber, dass er ganz einfach besser ist.
Und dennoch…
Kaum etwas hätte größeren Druck auf einen kleinen, hitzköpfigen Jungen ausüben können, als diese wenigen Worte. Sie sind Leitspruch, Mahnung, der grauenhafte Traum, aus dem man mitten in der Nacht aufwacht. Immer dann allzu präsent, schmerzhaft eingraviert in den Vordergrund seines Bewusstseins, wenn er es mal wieder nicht schafft, nach ihnen zu leben. Denn manchmal kommt dieser Junge noch durch. In der Art, wie er hier und da die Klappe nicht halten kann, obwohl es doch besser wäre, sich auf die Zunge zu beißen. Oder wenn ihm in Momenten der Wut plötzlich Tränen in die Augen steigen. Und Perseus verflucht diesen Jungen, weil er doch so gar nicht ins Bild passen will, das er nach außen hin abgibt. Kein Befehl, den er missachtet, immer mit klarem Kopf bei der Sache, keine unnötigen moralischen Bedenken - der vermeintlich perfekte Soldat.

“Du bist manchmal irgendwie unheimlich.” sagte einst jemand zu ihm, in den er insgeheim verliebt war. Bis heute weiß Perseus nicht, was genau er damit gemeint haben könnte. Eine klare Vision von der Zukunft und der Macht, die man sich aufbauen, sowie die Leichen, über die man dafür bereitwillig steigen würde - ganz ruhig und klar vorgetragen wie ein Kochrezept - schien den Horizont eines normalen 14-jährigen zu übersteigen. Nicht jedoch den von Perseus und daher hat er sich von der Vorstellung verabschiedet, dass “normale” Menschen ihn jemals verstehen, geschweige denn das Wasser reichen könnten.

Das macht einen Charakter auf Dauer nicht gerade einfacher, aber immerhin hatte er zu jeder Zeit Gleichgesinnte, die ähnlich tickten wie er. Es störe ihn nicht, behauptet er großspurig und doch trifft es jedes Mal einen seltsam wunden Punkt, wenn ihm Bewunderung verwehrt bleibt oder wenn er merkt, dass jemand ihn nicht mag. Dabei sollte ihn ja viel mehr das große Ganze interessieren. Sein Platz in dieser Welt - in den vordersten Reihen, herausgetreten aus den Schatten viel größerer Soleils. Es gibt nur das Streben, dieses ewige Streben und die Selbstaufgabe für die Familie, vor der man sich ja doch irgendwie immer wieder aufs Neue beweisen muss.

Gespielt von Natascha
Dabei seit: 13.08.2026, 13:25
Zuletzt gesehen: Vor 8 Stunden

Reiter
32 Jahre alt
”Voraussicht”, antwortest du mit nem wissenden Grinsen auf den Lippen, wenn du neugierig nach deiner Siegelkraft gefragt wirst. Hebst den Zeigefinger, ”warte –” und ziehst ne Münze aus der rechten Tasche deines Flugleders, hast sie immer dabei, nur zu diesem Zweck. ”Kopf.” Erfolgschance deines Tricks: um die 50%, aber zumindest ne Reaktion deines Gegenübers ist dir sicher, bevor das Gold wieder in der Tasche verschwindet. Ach, Soleil. Hast deinen Namen schon so oft gemeinsam mit nem amüsierten (oder wahlweise: resignierten) Kopfschütteln vernommen, dass du nicht einmal mehr Fragen stellst, nur mit den Schultern zuckst, die Augen glänzend, die Visage ahnungslos. Du bist einzigartig. Wird jeder behaupten, der dich kennengelernt hat. Wie’s gemeint ist? Kommt drauf an, Definitionssache. Einzigartig am Langschwert, einzigartig gewitzt – einzigartig darin, die Mundwinkel so weit hoch bis fast zu den Ohren zu ziehen, dass man dir keinen leichtfertigen Spruch übel nehmen kann. Man könnt’ meinen, du wärst nen typischer Idiot, doch wer’s von dir behauptet, tut’s vermutlich nur einmal.

Generell ist’s ne ziemlich dämliche Idee, dich zu unterschätzen – tatsächlich hat der Typ, der abends in der Schänke ‘ne dicke Lippe riskiert, Säufer beim Kartenspiel über’n Tisch zieht und den Mund gefühlt nicht halten kann, einiges auf dem Kasten. Dabei bist du (he, ganz ruhig – bleibt unter uns) gemessen an deiner Familie irgendwie… nur Durchschnitt. Helios, der Sonnengott, wirkt im Vergleich zu seinen Vetter:innen, die Staffeln, Schwärme und Geschwader führen, gar nicht mal so göttlich, wie’s ihm am Tag seiner Namensgebung vorausgesagt wurde. Bist noch jung, kannst alles erreichen, und dennoch fühlt sich der Tag, an dem man dich ans Basgiath War College entsendet, nach ner fetten Niederlage an. Keine Beförderung, keine Glückwünsche, nachdem dein Staffelführer dich aus dem Gespräch entlässt. Bildest dir ein, Mitleid auf seinen Zügen erkannt zu haben, und Ria? Der grüne Schwertschwanz, der dich vor mehr als 11 Jahren zu seinem Reiter auserkoren hat? Aller Wichtigkeit deines Auftrags – ‘n Bisschen Rebellion eindämmen, Dienst an der Krone, Treue, Belohnung, was auch immer – zum Trotz: Ria möcht’ fliegen, und du? Vertraust deiner geflügelten Gefährtin gerade genug, um davon ausgehen zu können, dass sie dich nicht bei erster Gelegenheit in einen Haufen Asche verwandelt.

Du nimmst’s leicht, trotz allem. Würdest natürlich sehr viel lieber nem Haufen Greifen samt Flieger:innen mit deinem Langschwert die Köpfe abschlagen, haarscharf in der Luft in tosender Geschwindigkeit an den Vorsprüngen der Esben Mountains vorbei jagen; die Hitze des Drachenfeuers spüren, wenn die Grüne sich zum Kampf erhebt, aber: sei’s drum. Weil jeder Tag ‘ne neue Chance ist – und du, viel mehr noch, ohnehin nichts an den Befehlen ändern kannst, die man dir gibt – nimmst du’s an, dein räudiges Schicksal, hast es ohnehin vorhersehen können, so ist’s eben, wenn’s eine wertvolle Siegelkraft ist, die tief in einem Schlummert. Bist ‘ne Waffe – anders, als du’s dir gewünscht hast, aber nicht weniger wertvoll. Im Gegenteil. Hast deinen Sinn nie angezweifelt und wünscht dir doch immer wieder mal, es wär ‘n anderer. Blitze schleudern, Stürme beschwören – hätt’ dir als junger Mann mit Sicherheit Freude, Genugtuung verschafft, doch eigentlich weißt du’s sehr viel besser: Kaltes Kalkül ist so viel mehr für dich, als rohe Gewalt es jemals sein könnte.
Gespielt von Jule
Dabei seit: 31.07.2026, 19:01
Zuletzt gesehen: Gestern, 10:28

Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(
Gespielt von Jea
Dabei seit: 31.07.2026, 17:56
Zuletzt gesehen: 31.07.2026, 17:59

Reiterin
29 Jahre alt
Einatmen, langsam ausatmen, Luft anhalten. Die Momente, die zwischen zwei Herzschläge passen, können eine Ewigkeit dauern.

Eigentlich sollten die von der Großmutter mitgegebenen Weisheiten, einen später im Leben wiederfinden. Sie sollten einen überraschend treffen und nachdenklich-melancholisch lächelnd an all diese Momente zurückdenken lassen. Die, die flüchtig scheinen, weil sie zwischen zwei Herzschläge passen. Die aber doch alles verändert haben. Odine trägt einen dieser Momente mit sich. Jetzt schon. Zu früh. Sie schaut nicht lächelnd darauf zurück, ihr Blick wird vernebelt von Träumen, die die Grenze zwischen Wachen und Schlafen verschwimmen lassen. Ein riskanter Einsatz, ein Manöver zu viel, einen Augenblick zu lang gezögert und ein fataler Moment der Unachtsamkeit - der Verrat an ihrem Bruder.
Seltsam, wie das Leben anschließend in ein Davor und in ein Danach eingeteilt werden kann. Dazwischen wird ein Schleier hochgezogen und anschließend kann man fast dabei zusehen, wie das Davor einen langsamen und seltsam unfeierlichen Tod stirbt. Es verblasst immer weiter, bis es sich irgendwann vielleicht (hoffentlich?) nicht mehr nach den eigenen Erinnerungen anfühlt.

Für Odine war das Leben die meiste Zeit eine ziemlich klare Sache. Sie war schon immer ein Mensch, bei dem man weiß, woran man ist. Das für alles und jeden offene Herz trug sie auf der Zunge und für ambivalente Charakterzüge gab es schlichtweg keinen Anlass. Im ländlichen Tyrrendor, in den wohlhabenden, aber einfachen Verhältnissen, in denen sie aufwuchs, entwickelt sich kein Charakter, der auf jede Art der Intrige vorbereitet sein muss. Man muss sich aufeinander verlassen können, gerade wenn man nur einen schweren Sturm davon entfernt ist, eine Ernte zu verlieren und der Lauf des Jahres damit besiegelt wäre. Man ist grundehrlich, man vertraut auf das Gute in dieser Welt - eine Eigenschaft, die gerne als einfältig abgetan wird, aber tatsächlich zutiefst weise ist.

Später in ihrer Ausbildung zur Reiterin hat sie gemerkt, dass sie in dieser Hinsicht vermutlich etwas “einfacher” gestrickt ist, als andere. Das falsche Spiel, die Klinge hinter dem Rücken stets bereitzuhalten, selbst das nicht durch und durch heroische Wesen des Militärs musste sie wohl oder übel lernen, wenn auch zähneknirschend und nicht ohne einen gewissen Spott im Hinterkopf.
Sie wollte immer ein Mensch sein, mit dem es sich leicht anfühlte, Zeit zu verbringen. Die Zahl der Freunde, die sie um sich scharte, schien ihr darin Recht zu geben. Dabei war ihr wichtig, dass sie der gleichen Sorte angehörten: solche, mit denen es sich leicht anfühlt. Menschen, die eine Wärme ausstrahlen, in der man sich sonnen kann.

Umso verwunderlicher die Siegelkraft, die sich in ihr manifestierte - nicht nur für sie. Wahnsinn in die Köpfe der Menschen zu pflanzen, wollte doch so gar nicht zu Odine passen. Aber vielleicht war das ein bisschen der Punkt in dem großen Plan, den das Leben bereit hielt. Seit dem Unfall begleiten sie Ambivalenzen und Widersprüche wie lästige Schatten. Seitdem sie mit ansah, wie sich Caleb lachend ein Messer ins Auge rammte und stürzte. In den Wahnsinn, in den Tod…?
Ihr Herz schlägt jeden Tag weiter, obwohl dieser eine Moment es doch rausgerissen haben sollte. Von den vielen Freunden ist kaum jemand übrig - wie so oft, wenn es unangenehm wird. Diejenige, die allen Grund dazu gehabt hätte, enttäuscht zu sein, war Rían, der kupferfarbene Schwertschwanz, der nichts wichtiger ist, als dass sie hoch erhobenen Hauptes aus jedem Gefecht hervorgehen kann. An jenem Tag, dem 5. August, kam niemand hoch erhobenen Hauptes zurück und Rían verlor kein Wort mehr darüber, obwohl Odine sich in den dunkelsten Stunden wünschte, dass sie sie doch besser einfach auf der Stelle verbrannt hätte.

Da ist eine große Leere und mittendrin doch ein Neuanfang: mit der Versetzung ans Basgiath War College ist sie nicht nur damit gestraft, wieder in den Fluren zu wandeln, in denen sie eins mit Caleb umherlief, als sie zwei Jahrgänge voneinander entfernt waren und sich doch gemeinsam durch die harte Ausbildung prügelten. Da ist auch noch der große Held ihrer Kindheit, ihr leiblicher Vater Maverick und die Möglichkeit, ihn endlich besser kennenzulernen. Sie unterrichtet Flugkunde, obwohl sie doch genau dort, hoch oben in den Lüften, im entscheidenden Moment versagt hat.
Odine hat schon immer viel gefühlt. Und es hat sie selten gestört, das Leben wurde dadurch nur so viel reicher. Und jetzt? Jetzt kommt es ihr manchmal vor, als wollte ihr Brustkorb einfach bersten. Aber es hilft nichts, denn sie weiß, was diesen Momenten folgt. Denen, die das Leben für immer verändern, obwohl sie gerade mal zwischen zwei Herzschläge passen.

Weiteratmen.

Gespielt von Natascha
Dabei seit: 30.07.2026, 10:39
Zuletzt gesehen: Vor 9 Stunden

Infanterie
41 Jahre alt
Levi Fenleigh ist kein Mann, der Aufmerksamkeit sucht. Seine Präsenz ist spürbar, lange bevor er den Mund aufmacht. Er bewegt sich mit einer Ruhe, die nicht entspannt wirkt, sondern kontrolliert. Jeder Schritt, jede Bewegung scheint auf das Wesentliche reduziert. Nichts an ihm ist hektisch, nichts verschwendet Energie. Auf den ersten Blick wirkt Levi kühl, verschlossen und schwer greifbar. Er beobachtet mehr, als er spricht, nimmt seine Umgebung ständig wahr und bewertet Menschen innerhalb weniger Augenblicke. Seine tiefe Stimme bleibt ruhig, selbst in Situationen, die andere aus der Fassung bringen würden. Er diskutiert nicht gerne, erklärt sich nur selten und hält wenig von Menschen, die jede Emotion sofort nach außen tragen müssen. Stattdessen vertraut er auf Beobachtung, Erfahrung und Instinkt. Er ist hochgewachsen, durchtrainiert, mit einem (mal mehr oder weniger) gepflegten Bart und Augen von einem so klaren Stahlblau, dass er sich ihrer Wirkung auf andere längst bewusst ist und sie, wenn es ihm nützt, bewusst einsetzt. Er bewegt sich, als wolle er keinen Lärm machen – ruhig, zielgerichtet, ohne überflüssige Gesten. Jede Bewegung ist auf das Nötigste reduziert, jede Geste sitzt, als hätte er sie tausendmal durchdacht, obwohl sie instinktiv kommt. In seiner Ruhe liegt nichts Sanftes. Eher etwas Abwartendes. Berechnendes. Gelegentlich ein trockenes, kaum merkliches Grinsen. Ein Hauch Humor, der sich nicht aufdrängt, sondern einfach da ist, wenn man genau hinschaut. Sein Leben wurde früh durch die Erwartungen seines Vaters geprägt. Aufgewachsen in einer Familie mit militärischer Tradition, lernte er schon als Kind, dass Leistung wichtiger war als Gefühle. Schwäche war etwas, das man überwand. Sein Vater wollte ihn eines Tages in einer Führungsposition sehen und Levis Wahl, in der Reihe der Infanterie zu stehen statt sie zu kommandieren, hat er ihm nie verziehen. Sein Sohn sollte Befehle erteilen und nicht im Dreck kriechen. Der Satz sitzt noch. Irgendwo. Nicht als Wunde, eher als Narbe, die man vergessen hat zu spüren, bis man zufällig draufdrückt. Hinter seiner kontrollierten Fassade verbirgt sich jedoch eine Geschichte, die ihn geprägt hat wie nichts anderes. Der Verlust seiner Frau Claire und seines Sohnes Noah hat etwas in ihm dauerhaft verändert. Während Levi im Einsatz war, wurden beide bei einem Raubüberfall getötet. Seit jener Nacht existiert ein Teil von ihm nur noch als Erinnerung. Der einst bodenständige, teamorientierte Soldat wurde zu einem Mann, der Abstand hält, Nähe vermeidet und sich lieber in Missionen verliert, als sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, die er verloren hat. Levi hat nie aufgehört zu funktionieren. Aber er hat aufgehört, an eine Zukunft zu glauben. Beziehungen betrachtet er mit Misstrauen, nicht weil er unfähig wäre zu lieben, sondern weil er den Preis kennt. Menschen kommen ihm selten wirklich nahe. Selbst diejenigen, die glauben ihn zu kennen, stoßen früher oder später auf Mauern, die er bewusst errichtet hat. Nicht aus Bosheit, sondern aus Selbstschutz für sich. Dennoch ist Levi kein kalter oder grausamer Mensch. Er besitzt einen klaren moralischen Kompass, auch wenn er selten darüber spricht. Loyalität bedeutet ihm mehr als große Worte. Wer sich sein Vertrauen verdient, findet in ihm einen Verbündeten, der nicht weicht, wenn es schwierig wird. Doch Vertrauen ist für Levi keine Selbstverständlichkeit, sondern etwas, das man sich hart erarbeiten muss.
Gespielt von Aurenya
Dabei seit: 15.06.2026, 11:49
Zuletzt gesehen: Gestern, 05:45

Reiterin
22 Jahre alt
Du hast nie darum gebeten.
Nicht um den Verlust deiner Familie.
Nicht um die Jahre in einer fremden Familie.
Nicht um die Ausbildung zur Drachenreiterin.
Und auch nicht um die Verantwortung, die heute auf deinen Schultern liegt.

Doch Wünsche waren nie Teil der Gleichung, die sich Leben nennt.

Vor fünf Jahren hattest du noch eine Familie. Ein Zuhause. Und ein Leben, das dir gehörte - oder zumindest eines, das diese Illusion erweckte. Mit Eltern, die in der tyrrischen Rebellion weit mehr waren als bloß Mitläufer, stand es dir eigentlich nie frei, einfach zu tun, wonach dir gerade der Sinn stand. Lang, bevor du alt genug warst, um die Tragweite ihrer Taten wirklich zu verstehen, und auch lang, bevor deine eigene Stimme Gewicht hatte, haben sie bereits damit begonnen, nicht nur die Zukunft Tyrrendors verändern zu wollen, sondern auch sichere Steine für deine eigene Zukunft zu legen. Deine Sicherheit war ihnen schließlich wichtig - doch hast du dich nicht selten gefragt, wie sie sich entscheiden würden, wenn sie vor die Wahl gestellt worden wären: du und deine Sicherheit oder ihr Vorhaben, ihre Mission.

Dann scheiterte die Rebellion.
Deine Eltern und auch dein Bruder bezahlten mit ihrem Leben.
Und du mit allem, was danach noch von deinem alten Leben übrig geblieben ist.

Deine Familie: weg.
Dein Zuhause: weg.
Dein Leben: bestimmt durch die Markierungen auf deiner Haut, ein Zeichen für die Taten deiner Eltern.

Wie alle Separatistenkinder wurdest auch du in die Obhut einer Pflegestelle übergeben. Einer Familie, die auf den ersten Blick kaum unauffälliger hätte sein können. Gesetzestreu. Loyal gegenüber Navarre, dem König und allem, wogegen deine Eltern waren - zumindest war das das Bild, das sie für andere zeichneten. Hinter verschlossenen Türen sah die Wahrheit anders aus. Hinter diesen Türen wurden Kontakte gepflegt und auch Informationen gesammelt, da wurden vergangene Fehler analysiert und die Rebellion nicht mit ihren Gefallenen begraben. Sie hielten an der Hoffnung fest, die auch deine Eltern hatten und sie waren sich sicher, dass es noch nicht vorbei war.

Nach der Rebellion kam kommt die Revolution.
Mit kleinen, vorsichtigen Schritten.
Und mit dir mittendrin.

Sie erzählten dir alles. Von den Lügen des Königreichs und den Gefahren, die wirklich auf euch lauern. Manches hast du bereits bei deinen Eltern mitbekommen, vieles wollten sie damals jedoch noch von dir fernhalten. Warst du früher noch das Mädchen, das man schützen wollte, wurdest du in den folgenden Jahren zu dem, das lernen musste, sich selbst zu schützen.
Du wurdest auf die Zukunft vorbereitet, die das Ende der Rebellion für dich mit sich brachte. Auf Basgiath und den Reiter:innenquadrant, der, anders als für andere, nun nicht mehr nur eine Option war, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt noch eine Zukunft zu haben. Schon bei deinen Eltern und deinem Bruder hast du gelernt, zu kämpfen, hast dich damals jedoch noch für eine Zukunft in der infanterie entschieden - nun förderten sie diese Kampfkünste und brachten dir bei, wie man Informationen sammelt, ohne selbst welche preiszugeben, und auch, wie man unauffällig bleibt, wenn allein die Male auf deiner Haut dir automatisch Aufmerksamkeit einbringen. Gleichzeitig wurdest du Schritt für Schritt in die langsam wachsende Revolution eingeführt. Du hast Menschen getroffen, die hinter ihr stehen, hast von Plänen erfahren, die im Geheimen geschmiedet wurden und durch erste kleine Aufgaben bewiesen, dass dein Herz im gleichen Rhythmus schlägt wie ihres. Wie das deiner Familie.
Mit jedem Jahr wuchs das Vertrauen, das in dich gesetzt wurde - und mit ihm die Verantwortung. Während andere vielleicht hofften, dass mit dem Gang über den Viadukt auch die letzten Überbleibsel der damaligen Rebellion (die Nachkommen der Rebellen) sterben würden, war Basgiath für euch nie das Ziel.

Es war der eigentliche Beginn.
Deine erste große Aufgabe.

Die Revolution braucht Augen und Ohren im Inneren des War Colleges. Verbündete. Menschen, die sich frei genug bewegen können, um Informationen zu sammeln, Risiken einzuschätzen - und diese auch selbst nicht scheuen. Anfangs waren es nur kleine Treffen, alles im Rahmen der Regeln für Gezeichnete, die ganz neu mit euch, den ältesten Gezeichneten, nach Basgiath kamen. Ihr habt euch zusammengetan, euch unterstützt und geschützt, wenn das Misstrauen der anderen euch gegenüber zu groß wurde. Dann… kam das Dreschen. Drachen an eurer Seite, die gar nicht erst so taten, als wüssten sie nicht, was ihr wüsstet. Die Waffen, überzogen mit einer Legierung, die im Kampf gegen die wahren Feinde von unaussprechlichem Wert ist. Und mit ihnen auch die ersten Lieferungen. Nächtliche Ausflüge auf den Drachen und mit schweren Taschen. Zuerst nur nach Tyrrendor, bald jedoch auch hinter die Grenzen Navarres, zu einer Übergabe an jene, die der ahnungslosen Bevölkerung Navarres als großer Feind präsentiert wird: Flieger:innen aus Poromiel.

Heute bist du eine Reiterin.
Eine Gezeichnete.
Eine Schmugglerin.
Und eine der wenigen, die sowohl die Vergangenheit der Rebellion, als auch die Gegenwart der Revolution kennen. Das Opfer deiner Eltern möchtest du nicht bedeutungslos werden lassen, dein Weg jedoch soll ein besserer werden als ihrer. Du kennst die Geheimnisse, die das Land so eisern zu hüten versucht (nun, zumindest ein paar davon) und die Risiken, die jeder einzelne Schritt mit sich bringt. Du bist jemand, dem man Vertrauen schenkt - und zu dem die Blicke immer häufiger gewandert sind, wenn die Gezeichneten in Basgiath nach Orientierung suchten.

Aus dem Mädchen, das lernen musste, sich selbst zu schützen, ist heute eine Frau geworden, die auch für den Schutz und die Zukunft anderer kämpft.

Du hast nie um die Verantwortung auf deinen Schultern gebeten.
Aber du hast nach ihr gegriffen, als sie vor dir lag.
Gespielt von Jea
Dabei seit: 10.06.2026, 15:07
Zuletzt gesehen: 12.07.2026, 16:04

Reiterin
30 Jahre alt
"I fought for my country. I fought for glory. Was a time I would have said I fought for honor."
Was würdest du tun, wenn du herausfindest, dass die Führung, der du Loyalität geschworen hast, nicht mehr sind als dreckige Lügner? Sie den Krieg, der seit Jahrhunderten tobt, aus reinem Eigennutz am Leben halten? Dass das Land, für das du dein Leben geopfert hättest, der eigentliche Feind ist, und du niemandem mehr trauen kannst? Making the fuck sure the bastards pay! Und ja, offiziell bin ich dadurch nun eine dreckige Verräterin, eine Schande, ein Feigling, sucht's euch aus. Aber scheiß drauf. Eine Krone, die ihr Volk belügt und für die eigenen Zwecke missbraucht, hat meine Loyalität ganz sicher nicht verdient. Die Führung dieses Landes ist wie ein Krebsgeschwür, das ganz Navarre vergiftet. Und ich hab so verdammt lang gebraucht, es zu realisieren. Zu viele meiner Kamerad:innen haben diese Offenbarung mit ihrem Leben bezahlt. Wurden von Monstern aus dem Leben gerissen, die es eigentlich nur in Schauermärchen geben sollte. Sumerton, dieser wahr gewordene Alptraum von einer Mission. Oh, offiziell war es ein Hinterhalt, was kann man auch anderes von den Feiglingen aus Poromiel erwarten? Weitaus mehr, als von der eigenen Führung, wie sich herausstellt. Seitdem bewege ich mich auf verdammt dünnem Eis. Ein falscher Schritt, ein falsches Wort, und ich bin nicht mehr als ein Name auf der Gefallenenliste. Doch wenn mich meine Zeit als Reiterin eines gelehrt hat, dann was es heißt zu kämpfen.
"In the end, the only thing that matters is fighting for who's covering your flank."
Ich weiß nicht, was meine Mutter damals mehr erzürnt hat, dass ich das Aquädukt überquerte, oder die geplatzte Verlobung. Wahrscheinlich die Tatsache, dass ich es überhaupt gewagt habe, ihre ach so sorgsam entwickelten Pläne zu durchkreuzen. Es war definitiv ein Akt der Rebellion, lehnte meine Mutter den Reiterquadranten doch strikt ab. Schließlich haben Drachenreiter die lästige Angewohnheit zu sterben, bevor sie ausreichend Erben in die Welt setzen können. Und oh boy, waren die ersten Wochen ein Realitätscheck, so viel zum Thema ich bin kein verwöhntes Adelstöchterchen. Aber zum ersten Mal in meinem Leben habe ich wirklich für etwas gekämpft. Hab mir meinen verdammten Arsch aufgerissen und es irgendwie geschafft, weder von meinen Mitkadett:innen oder meinen Vorgesetzten umgebracht, noch von einem Drachen geröstet zu werden. Und dann kam die thyrrische Rebellion, und wie die hörige Soldatin, die ich war, konnte ich es nicht erwarten, mich zu beweisen, bekam meine Chance schließlich in Aretia. Hab Jahre damit verschwendet, gegen den falschen Feind zu kämpfen. Es ist schon bittere Ironie des Schicksals, dass ich meiner Familie den Rücken gekehrt habe, um den Machtspielchen des Adels zu entkommen, nur, um in einem noch tieferen Morast aus Intrigen und Verrat zu versinken und es nicht einmal zu merken.
"Doesn't matter if they're saints or assholes. They're your people."
Ich hatte wohl das, was viele als den perfekten Start ins Leben bezeichnen würden. Bin mit einem verdammten, mit Edelsteinen bespickten Löffel im Mund aufgewachsen. Einer Heerschar von Dienern, Kindermädchen und privaten Tutoren. Rauschende Feste und teure Kleider. Klingt wunderbar, oder? Doch wie so ziemlich alles beim Adel, ist es nicht mehr als eine glitzernde Illusion, die ein ziemlich hässliches Bild aus Gier, Korruption und Eigennutz verbirgt. Jede Beziehung nur daran bemessen, welche Vorteile sie einem verschafft, die eigenen Kinder lediglich eine Investition in die Zukunft. Mein Leben war bereits vor meiner Geburt vorausgeplant. Verlobung, Ausbildung, Heirat, Kinder. Jeder Schachzug diente nur einem Ziel. Das Haus Halcyone zu altem Ruhm und Reichtum zurückzuführen. Meine Schwester beherrschte dieses Spiel perfekt, und ich? Ich hab ständig gegen die Spielregeln verstoßen. Was soll ich sagen, Familientreffen sind seitdem frostiger als die Winter Luceras. Aber natürlich nur hinter verschlossenen Türen, schließlich sind wir doch die perfekte Familie. Das ich nicht lache.
"They watch your back and you watch theirs."
Und ich dachte, ich hätte all das hinter mir gelassen. Das falsche Lächeln, die zuckersüßen Worte, während sie das Messer verbergen, mit dem sie dir in den Rücken stechen. Und nun spiele ich dieses verhasste Spiel von Lügen und Intrigen selbst. Gebe vor, weiterhin die loyale, kleine Soldatin zu sein, die trotz allem Land und Krone treu ergeben ist, der es nichts ausmacht, dass sie ihre eigenen Leute belügen muss. Menschen, mit denen ich jahrelang Seite an Seite gekämpft habe, die mir mehr als einmal das Leben gerettet haben, denen ich mein eigenes unzählige Male anvertraut habe. Das schafft ein Band, das mit nichts zu vergleichen ist. Nur mit Fiar kann ich ehrlich sein, bei allen anderen bin ich gezwungen, eine Maske zu tragen. Und dafür hasse ich die Krone fast noch mehr als für ihre Verbrechen.
"Or you've got nothing..."
Gespielt von Nia
Dabei seit: 20.02.2026, 16:37
Zuletzt gesehen: Vor 6 Stunden

Reiter
39 Jahre alt
Für diesen Charakter gibt es noch keine Kurzbeschreibung :(
Gespielt von Jule
Dabei seit: 01.01.2026, 12:19
Zuletzt gesehen: 28.08.2026, 12:45


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based on "the empyrean"-series by Rebecca Yarros